Neuer Vermittlungsversuch der USA: Witkoff und Kushner reisen nach Moskau und erstmals auch nach Kiew
Die amerikanischen Sondergesandten führen Gespräche mit Wladimir Putin und Wolodimir Selenski darüber, wie sie den Krieg beenden können. Die Chancen auf einen diplomatischen Durchbruch sind gering.
Aktualisiert
Der russische Präsident Wladimir Putin (vorne rechts) begrüsst die amerikanischen Gesandten Jared Kushner (vorne links) und Steve Witkoff (2. von links).
Gavriil Grigorov / Sputnik via EPA
Eine Sache haben Steve Witkoff und Jared Kushner mit ihrer Reise nach Moskau und Kiew in jedem Fall erreicht – und dies bereits vor ihrer Ankunft. Russland und die Ukraine haben sich wegen des Besuchs der amerikanischen Sondergesandten auf eine beschränkte Waffenruhe geeinigt.
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Beide Parteien haben zugesagt, von Samstag bis Montag keine Angriffe auf die Hauptstadt des Kriegsgegners durchzuführen. Vor allem für die Bewohner Kiews brachte dies eine dringend benötigte Atempause. Russland hatte die ukrainische Hauptstadt zuvor mit einer präzedenzlosen Serie von Luftangriffen überzogen. Während acht Tagen folgte eine Angriffswelle auf die andere. Insgesamt wurden in Kiew und Umgebung seit dem 28. August mehr als 50 Personen getötet.
«Konstruktiv und vertrauensvoll»
Was der jüngste amerikanische Vermittlungsversuch darüber hinaus bewirken kann, ist jedoch unklar. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte am Freitag die zuvor mehrmals verschobene Reise von Witkoff und Kushner nach Moskau und Kiew bestätigt. Man habe eine «Idee für Frieden», die man mit den beiden Kriegsparteien besprechen wolle, sagte Trump.
Die erste Station war am Samstag Moskau, wo sich die beiden Sondergesandten mehr als drei Stunden mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin unterhielten und gemeinsam zu Abend assen. Putins Berater Juri Uschakow sprach danach von einem «substanziellen, konstruktiven, ausgesprochen offenen und vertrauensvollen» Treffen.
Die Amerikaner hätten eine Reihe von Überlegungen zur Beendigung des Krieges präsentiert. Daneben sei es aber auch um wirtschaftliche Fragen im beidseitigen Interesse gegangen, sagte Uschakow. Vor diesem Hintergrund erregte die Nachricht, dass auch Gene Lange Teil der amerikanischen Delegation war, einige Aufmerksamkeit. Lange leitet im amerikanischen Finanzministerium die Abteilung für Sanktionen.
Washington hat sich bis jetzt nicht öffentlich zum Treffen geäussert. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert jedoch einen Regierungsvertreter, der von «substanziellen Gesprächen» sprach. Über Einzelheiten werde in den kommenden Wochen informiert.
Wichtige Premiere in Kiew
Die anschliessende Weiterreise nach Kiew war eine lange erwartete Premiere. Seit dem russischen Überfall vor viereinhalb Jahren waren weder Witkoff noch Kushner in der Ukraine gewesen – aber mehrere Male in Moskau. Für Kiew ist der erste Besuch im Land ein wichtiges Signal der Ausgewogenheit.
Nach dem Aufenthalt in Moskau reiste die amerikanische Delegation weiter nach Kiew, wo sie sich mit Präsident Wolodimir Selenski (ganz links) traf.
Valentyn Ogirenko / Reuters
Der ukrainische Präsident
