Die neuesten Entwicklungen
Sturzflut von Nepal: Zahl der Todesopfer steigt auf knapp 1400 +++ Zwei weitere Überlebende gerettet
Innerhalb weniger Minuten rissen Wasser, Geröll und Eis am 26. August alles in der Grenzregion zwischen China und Nepal mit sich. Mehr als 1000 Personen kamen ums Leben, zahlreiche werden noch vermisst. Die wichtigsten Antworten zur Katastrophe im Himalaja-Tal.
NZZ-RedaktionAktualisiert
Ein Überlebender wird von Mitgliedern eines Such- und Rettungsteams getragen: Zwei Arbeiter sind lebend aus einem Tunnel des Wasserkraftwerks Trishuli 3A geborgen worden.
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Die neuesten Entwicklungen
- Die Zahl der Todesopfer ist auf knapp 1400 gestiegen. Das meldet die Deutsche-Presseagentur. Am Mittwoch (16. 9.) galten weiterhin 5200 Personen als vermisst. Ein Grossteil der Toten wurde auf der nepalesischen Seite registriert. Die Bergungsarbeiten sind weiterhin in vollem Gange. Doch mit jedem weiteren Tag sinkt die Chance, noch Menschen lebend unter den Trümmern zu finden.
- Zehn Tage nach der Sturzflut haben Rettungskräfte in Nepal erneut zwei Überlebende geborgen. Eine Frau in den Sechzigern sei lebend aus einem verschütteten Haus in der an Tibet grenzenden Provinz Bagmati gerettet worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag (5. 9.). Die Frau sei zur Behandlung nach Kathmandu geflogen worden. Über ihren Zustand lagen zunächst keine näheren Informationen vor. Die nepalesische Militär bestätigte zudem die Bergung eines chinesischen Staatsbürgers aus einem Tunnel eines Wasserkraftwerks im Distrikt Rasuwa. Der Mann unterziehe sich nach der Bergung einer medizinischen Untersuchung, berichtete die Zeitung «The Kathmandu Post».
- Rettungskräfte in Nepal haben zwei Arbeiter aus einem Tunnel eines Wasserkraftwerks gerettet. Es handle sich um einen 30-Jährigen und einen 45-Jährigen, teilte die Armee am Freitag (4. 9.) mit. Der Betreiber der Anlage bestätigte die Rettung. Beide Männer würden nach Kathmandu geflogen, sagte ein Sprecher. Ihr Zustand sei nach ersten Eindrücken stabil. Die Sturzflut aus dem Gletschergebiet im Himalaja hatte zahlreiche Wasserkraftanlagen verwüstet, von denen sich einige noch im Bau befanden. Es werden noch Hunderte Arbeiter vermisst, die in den Tunnelsystemen der Anlagen vermutet werden. Zum Hintergrund
- Oberhalb eines chinesischen Grenzpostens hat sich erneut ein See angestaut. Wie der chinesische Katastrophenschutz am Sonntag (30. 8.) mitteilte, überwachen Experten ihn mit einer Aufklärungsdrohne. Das Wasser könnte den Schlamm und das Geröll durchbrechen und eine weitere Flut auslösen. Rettungskräfte flussabwärts am Grenzübergang Gyirong wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist passiert?
- Wie gross ist das Ausmass der Katastrophe?
- Was ist über die Vermissten bekannt?
- Wie laufen die Rettungseinsätze ab?
- Welche Gefahren drohen nun?
Was ist passiert?
Im Himalaja, im Grenzgebiet zwischen Nepal und China, ereignete sich am Mittwoch (26. 8.) eine zerstörerische Sturzflut. Bei einem Gletscher am Langtang Lirung, einem über 7200 Meter hohen Berg im Norden Nepals, brachen auf einer Breite von 1,4 Kilometern Eis und Gestein ab. Eine riesige Welle aus Wasser, Eis und Geröll stürzte rund zwei Kilometer hinunter in das enge Bhotekoshi-Tal. Mancherorts erreichte die Flut eine Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometern pro Stunde.
Bilder von Überwachungskameras zeigen, wie Reisebusse, Lastwagen und Gebäude mitgerissen werden, als wären sie Spielzeuge. Auf der chinesischen Seite des Grenzübergangs Gyirong rennen Menschen um ihr Leben und werden weggespült. Spätere Drohnenbilder zeigen die totale Verwüstung, ganze Siedlungen sind verschwunden.
Wie gross ist das Ausmass der Katastrophe?
Die Behörden in Nepal haben bereits mehr als 1200 Tote bestätigt, etwa 5200 Personen werden vermisst. Die Zahl der Toten und Vermissten wächst seit Tagen an.
Laut Schätzungen des Roten Kreuzes sind insgesamt mehr als 90 000 Personen von den Fluten betroffen. Weitere Überschwemmungen werden befürchtet, Lastwagen mit Hilfsgütern wurden vorübergehend durch einen neu entstandenen Stausee blockiert. Laut dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef benötigen mindestens 17 000 Kinder dringend humanitäre Hilfe.
