Bundespräsident Parmelin verliert seine wichtigste Beamtin: Die Seco-Chefin Helene Budliger tritt ab
Sie vermittelte im Zoll-Deal und galt als Staatssekretärin für besonders heikle Aufgaben im Dienst des Wirtschaftsministers.
Aktualisiert
Helene Budliger verlässt das Staatssekretariat für Wirtschaft.
Annick Ramp / NZZ
Es ist eine handfeste Überraschung. Staatssekretärin Helene Budliger Artieda hat gekündigt, wie der «Blick» zuerst berichtet und auch Recherchen der NZZ ergeben haben. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat den Rücktritt am Mittwochnachmittag in einer Medienmitteilung bestätigt. Darin heisst es, Budliger werde das Seco auf Ende März 2027 verlassen, da sie «eine neue Herausforderung» annehmen möchte. Bundespräsident Guy Parmelin bedauert den Rücktritt in dem Schreiben und dankt Budliger für ihre Dienste.
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Budliger leitet das Seco seit 2022 und war massgeblich am Zoll-Deal mit den USA beteiligt. Warum Helene Budliger ihr Amt gerade jetzt abgibt, ist unklar. Während ihr Ambitionen auf eine Karriere in der Privatwirtschaft nachgesagt werden, gibt es auch Stimmen, die sagen, ihr Rücktritt sei nicht ganz freiwillig erfolgt. Der «Blick» spekuliert, es gebe einen Zusammenhang mit einer Untersuchung zum Zoll-Deal mit den USA. Die Geschäftsprüfungskommission untersucht derzeit, wie die Bundesbehörden bis zur Unterzeichnung der rechtlich unverbindlichen Absichtserklärung gehandelt haben. Andere Stimmen in Bern widersprechen.
Unklar ist auch, ob ihr Schritt mit möglichen Zukunftsplänen des SVP-Wirtschaftsministers Guy Parmelin zusammenhängt. Er ist seit Januar 2016 Bundesrat. Sein Präsidialjahr neigt sich dem Ende zu, und wie lange er noch im Amt bleibt, ist fraglich. In den vergangenen Wochen haben sich die Spekulationen gehäuft. Es hiess, Parmelin werde am Ende der laufenden Session, also Anfang Oktober, seinen Rücktritt bekanntgeben. Als sein Nachfolger im Wirtschaftsdepartement wird unter anderem der SP-Bundesrat Beat Jans gehandelt. Möglicherweise – so sagen einige Beobachter in Bern – habe das Budligers Entscheid beeinflusst.
Über einen Rücktritt von Parmelin aufgrund seiner Rückenprobleme wurde allerdings schon mehrfach spekuliert. Bis anhin jeweils fälschlicherweise. Sicher ist aber: Mit Budliger verliert er seine bekannteste Chefbeamtin.
Die Krisenmanagerin
Ihren Ruf als Staatssekretärin für besonders heikle Angelegenheiten hat sich Budliger im Verlauf der vergangenen Jahre erarbeitet.
Vor ihrer Tätigkeit im Wirtschaftsdepartement war Budliger für das diplomatische Corps tätig. Sie war Botschafterin in Thailand und Südafrika. In Bangkok organisierte sie während der Pandemie Repatriierungsflüge für Schweizer Touristen und Impfungen für Auslandschweizer.
Nachdem sie das Seco im Jahr 2022 übernommen
